Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht
Schwerpunktbereich Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht

Schwerpunktbereich Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht

Der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht (Prof. Dr. Holger Altmeppen) betreut zusammen mit dem Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsches, Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht (Prof. Dr. Michael Beurskens) den Schwerpunktteilbereich „Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht“.

Allgemeine Hinweise zum Schwerpunktstudium finden Sie in der Studien- und Prüfungsordnung der Universität Passau für den Studiengang Rechtswissenschaft vom 01. April 2019 und auf der Webseite des Studiendekans.

I. Kombinationsmöglichkeiten

Das Schwerpunktbereichsstudium an der Universität Passau umfasst jeweils zwei Teilbereiche. Der Teilbereich Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht kann dabei mit folgenden anderen Teilbereichen kombiniert werden:

  • Steuerrecht (Schwerpunkt 13: Gesellschafts- und Steuerrecht)
  • Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht (Schwerpunkt 15: Internationales Unternehmens- und Kapitalmarktrecht)
  • Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung (Schwerpunkt 16: Gesellschaftsrecht und Internationales Privatrecht)
  • Privates Wirtschaftsrecht (Schwerpunkt 18: Handels- und Wirtschaftsrecht)
  • Vertieftes Strafprozess- und Strafrecht; Praxis der Strafverteidigung (Schwerpunkt 24: Straf- und Gesellschaftsrecht)

II. Vorlesungen

Die für die Schwerpunktbereichsprüfung relevanten Vorlesungen des Teilbereichs Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht erstrecken sich über zwei Semester. Dazu gehören die Lehrveranstaltungen:

  • Recht der Kapitalgesellschaften mit europarechtlichen Bezügen (4 SWS)
  • Vertiefung des Rechts der Personen- und Kapitalgesellschaften mit europarechtlichen Bezügen (2 SWS)
  • Kapitalmarktrecht (3 SWS)
  • Ergänzend wird im Regelfall noch eine Veranstaltung zur Vertragsgestaltung im Gesellschaftsrecht angeboten (Blockveranstaltung)

Außerdem ist eine Teilnahme an einem Seminar möglich. Im Rahmen dieses Seminars ist die Seminararbeit (s. unten Prüfungsleistungen) zu erstellen. Die Seminararbeit soll mindestens ein obligatorisches Prüfungsgebiet des Schwerpunktbereichs vertiefen.

Eine Aufnahme des Schwerpunktstudiums ist zu jedem Semester möglich. Es empfiehlt sich aber vor oder parallel mit dem Beginn des Studiums im Schwerpunkt die Vorlesung „Personengesellschaftsrecht und Grundzüge des GmbH-Rechts“ zu besuchen.

1. Im Sommersemester 2019 angebotene Veranstaltungen

Recht der Kapitalgesellschaften mit europarechtlichen Bezügen (4 SWS) (Prof. Dr. Altmeppen)

Gegenstand dieser Vorlesung ist das Recht der Kapitalgesellschaften (insbesondere der Aktiengesellschaft und der Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Es werden die grundlegenden Probleme der Kapitalgesellschaften von der Gründung der Gesellschaft, über die Haftungsverfassung, der Binnenstruktur (Organe, Kompetenzen, Haftung) bis hin zur Insolvenz und Abwicklung erklärt und diskutiert. Einbezogen werden hierbei auch Einflüsse des Unionsrechts auf die nationalen Gesellschaftsformen. Überschneidungen mit dem Pflichtfachstoff (Grundzüge des GmbH-Rechts; GmbH & Co.KG) lassen sich nicht ausschließen. Die vertiefende Beschäftigung mit der Kapitalgesellschaft gibt zudem stets Gelegenheit zu einem Seitenblick auf die Parallelen und Unterschiede in der Personengesellschaft

Vertiefung des Rechts der Personen- und Kapitalgesellschaften mit europarechtlichen Bezügen (2 SWS) (Dr. Martin Kolbinger)

Die Vorlesung wiederholt wesentliche Grundsätze und Einzelfragen der Personengesellschaften GbR, oHG, KG und Kapitalgesellschaften GmbH und AG. Neuere Entscheidungen des BGH werden behandelt. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auch auf den in der Praxis relevanten Fragestellungen und deren Handhabung.

Vertragsgestaltung im Kapitalgesellschaftsrecht (Blockveranstaltung) (Michael Volmer)

Im Rahmen eines Kolloquiums werden zum Schwerpunktbereich Gesellschaftsrecht die Vertragsgestaltung bei den juristischen Personen der AG und der GmbH behandelt. Dabei soll nach einer Wiederholung und Vertiefung der maßgeblichen (klausurrelevanten) Rechtsprechung deren Umsetzung im Rahmen vorausschauender Planung besprochen werden. Berücksichtigt werden aber auch Gestaltungsalternativen bzw. die Entscheidung zwischen Handlungsalternativen.

Seminar im Kapitalgesellschaftsrecht (Blockveranstaltung) (Prof. Dr. Altmeppen)

Gegenstand dieses Seminars werden aktuelle Fragen des Kapitalgesellschaftsrechts sein. Dieses Seminar zählt formal bereits zum Wintersemester 2019/20. Eine Anmeldung ist zum Ende des Sommersemesters 2019 möglich (vgl. zu gegebener Zeit Bekanntmachungen des Lehrstuhls), die Seminararbeiten sind während der vorlesungsfreien Zeit anzufertigen und zum Start des Wintersemesters 2019/20 einzureichen. Die mündlichen Vorträge finden dann gegen Ende des Wintersemesters 2019/20 statt.

2. Im Wintersemester 2019/20 voraussichtlich angebotene Veranstaltungen

Kapitalmarktrecht (3 SWS) (Lehrstuhlvertreter vom ehemaligen Lehrstuhl Specht)

Gegenstand der Vorlesung ist das Kapitalmarktrecht als die Gesamtheit der Normen und Grundsätze, die sich mit der Organisation der Kapitalmärkte sowie den Tätigkeiten der Marktteilnehmer auf Kapitalmärkten befassen. Das Kapitalmarktrecht ist ein junges und dynamisches Regelungsgebiet, das sich aus vielfältigen Regelungen des Aktien-, Wertpapier- und Börsenrechts zusammensetzt und durch ökonomische sowie angloamerikanische und europarechtliche Einflüsse geprägt ist. In der Vorlesung werden Fragen der rechtlichen Organisation des Kapitalmarktes sowie die Voraussetzungen des Zugangs von Emittenten zum organisierten Kapitalmarkt (Prospektpflicht und -haftung) behandelt. Im Zentrum stehen auch die aus der Zulassung zum Kapitalmarkt folgenden Pflichten, etwa das Insiderrecht, das Verbot der Marktmanipulation, die Mitteilungs- und Veröffentlichungs- sowie die Finanzberichtspflichten. Ebenfalls behandelt werden die an die Wertpapierdienstleistungsunternehmen gerichteten Verhaltens- und Organisationspflichten sowie das Wertpapiererwerbs- und Übernahmerecht. Entsprechend dem Charakter des Kapitalmarktrechts als Querschnittsmaterie werden auch öffentlich-rechtliche Fragen der Kapitalmarktaufsicht durch die BaFin und spezielle zivilprozessuale Fragen im Bereich des Kapitalmarktrechts, insbesondere das Kapitalanleger-Musterverfahrensrecht, näher beleuchtet.

III. Prüfungsleistungen

Die Juristische Universitätsprüfung besteht aus folgenden zwei Teilprüfungen:

Klausur (40 %):

Die Klausur erstreckt sich auf alle angebotenen obligatorischen Prüfungsgebiete des Schwerpunktbereichs. Die Bearbeitungszeit beträgt fünf Stunden. Die Aufgabenstellung erfolgt durch einen oder eine im Schwerpunktbereich lehrenden Prüfer bzw. Prüferin. Die Aufgabenstellung kann auch zwei gleichwertige Teilaufgaben umfassen, die jeweils einen der beiden Teilbereiche abdecken. In diesem Fall kann die Aufgabenstellung durch zwei Prüfer bzw. Prüferinnen erfolgen, die darüber hinaus auch die jeweiligen Teilaufgaben als eigenständige Prüfungsleistungen einzeln bewerten. Daraufhin wird eine Durchschnittsnote errechnet. Die Aufgabenstellung und der Prüfer bzw. die Prüferin werden erst mit Beginn der Prüfung bekannt gegeben.

 

Seminararbeit mit mündlichem Vortrag, mündlicher Aussprache und Mitarbeit am Seminar (60 %)

Die Seminararbeit soll mindestens ein obligatorisches Prüfungsgebiet des Schwerpunktbereichs vertiefen. Die Bearbeitungszeit beträgt vier bis sechs Wochen. Sofern die Bearbeitungszeit überschritten wird oder die Abgabe verspätet erfolgt, wird die Arbeit als nicht bestanden (0 Punkte) bewertet. Die Formalia werden zu gegebenem Zeitpunkt veröffentlicht.

Die wesentlichen Inhalte der Seminararbeit sind im Rahmen des Seminars mündlich vorzutragen. Der Vortrag soll 20 bis 30 Minuten nicht überschreiten. An den Vortrag schließt sich eine Aussprache von maximal 25 Minuten an. Die Aussprache kann sich auch auf das Prüfungsgebiet, dem das Seminararbeitsthema zugeordnet ist, erstrecken. Seminararbeit und die mündlichen Leistungen gelten als zwei eigenständige Prüfungsleistungen, wobei die Benotung der Seminararbeit zu zwei Dritteln und die mündliche Leistung zu einem Drittel in die Gesamtnote eingeht.

Die Themenausgabe erfolgt üblicherweise am Ende der Vorlesungszeit für das Seminar des Folgesemesters (zu den Seminaren siehe auch oben unter Veranstaltungen).

IV. Anmeldung

Nur die Anmeldung zum Seminar findet am Lehrstuhl statt; hinsichtlich der weiteren zwei Anmeldungen (Schwerpunktbereich allgemein und Klausur) wird auf die Informationen des zentralen Prüfungssekretariats verwiesen.