Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht
Schwerpunktbereich Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht

Schwerpunktbereich Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht

Der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht (Prof. Dr. Holger Altmeppen) betreut zusammen mit dem Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsches und Internationales Wirtschaftsrecht (Prof. Dr. Dörte Poelzig) den Schwerpunktteilbereich „Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht“.

Allgemeine Hinweise zum Schwerpunktstudium finden Sie in der Studien- und Prüfungsordnung der Universität Passau für den Studiengang Rechtswissenschaft vom 19. Februar 2004 in der Fassung der Siebteb Änderungssatzung vom 10. Oktober 2014, (vgl. insb. §§ 34-51) und auf der Webseite des Studiendekans.

I. Kombinationsmöglichkeiten

Das Schwerpunktbereichsstudium an der Universität Passau umfasst jeweils zwei Teilbereiche. Der Teilbereich Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht kann dabei mit folgenden anderen Teilbereichen kombiniert werden:

  • Steuerrecht (Schwerpunkt 9: Gesellschafts- und Steuerrecht)
  • Öffentliches Wirtschaftsrecht (Schwerpunkt 14: Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht und öffentliches Wirtschaftsrecht) 
  • Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht (Schwerpunkt 15: Internationales Unternehmens- und Kapitalmarktrecht)
  • Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung (Schwerpunkt 16: Gesellschaftsrecht und Internationales Privatrecht)
  • Privates Wirtschaftsrecht (Schwerpunkt 18: Handels- und Wirtschaftsrecht)
  • Vertieftes Strafprozess- und Strafrecht; Praxis der Strafverteidigung (Schwerpunkt 24: Straf- und Gesellschaftsrecht)

Nicht mehr möglich ist ein Beginn des Studiums im Schwerpunktbereich 10: Arbeits- und Gesellschaftsrecht.

II. Vorlesungen

Die für die Schwerpunktbereichsprüfung relevanten Vorlesungen des Teilbereichs Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht erstrecken sich über zwei Semester. Dazu gehören die Lehrveranstaltungen:

  • Recht der Kapitalgesellschaften mit europarechtlichen Bezügen (4 SWS)
  • Vertiefung des Rechts der Personen- und Kapitalgesellschaften mit europarechtlichen Bezügen (2 SWS)
  • Kapitalmarktrecht (3 SWS)
  • Ergänzend wird im Regelfall noch eine Veranstaltung zur Vertragsgestaltung im Gesellschaftsrecht angeboten (Blockveranstaltung)

Außerdem ist eine Teilnahme an einem Seminar möglich. Im Rahmen dieses Seminars ist die Seminararbeit (s. unten Prüfungsleistungen) zu erstellen. Eine Teilnahme an einem Seminar ist aber nur in einem der beiden Schwerpunktteilbereiche verpflichtend.

Eine Aufnahme des Schwerpunktstudiums ist zu jedem Semester möglich. Es empfiehlt sich aber vor oder parallel mit dem Beginn des Studiums im Schwerpunkt die Pflichtvorlesung „Personengesellschaftsrecht und Grundzüge des GmbH-Rechts“ zu besuchen.

1. Im Sommersemester 2018 angebotene Veranstaltungen

Recht der Kapitalgesellschaften mit europarechtlichen Bezügen (4 SWS) (Prof. Dr. Altmeppen)

Gegenstand dieser Vorlesung ist das Recht der Kapitalgesellschaften (insbesondere der Aktiengesellschaft und der Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Es werden die grundlegenden Probleme der Kapitalgesellschaften von der Gründung der Gesellschaft, über die Haftungsverfassung, der Binnenstruktur (Organe, Kompetenzen, Haftung) bis hin zur Insolvenz und Abwicklung erklärt und diskutiert. Einbezogen werden hierbei auch Einflüsse des Unionsrechts auf die nationalen Gesellschaftsformen. Überschneidungen mit dem Pflichtfachstoff (Grundzüge des GmbH-Rechts; GmbH & Co.KG) lassen sich nicht ausschließen. Die vertiefende Beschäftigung mit der Kapitalgesellschaft gibt zudem stets Gelegenheit zu einem Seitenblick auf die Parallelen und Unterschiede in der Personengesellschaft

Vertiefung des Rechts der Personen- und Kapitalgesellschaften mit europarechtlichen Bezügen (2 SWS) (Dr. Martin Kolbinger)

Die Vorlesung wiederholt wesentliche Grundsätze und Einzelfragen der Personengesellschaften GbR, oHG, KG und Kapitalgesellschaften GmbH und AG. Neuere Entscheidungen des BGH werden behandelt. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auch auf den in der Praxis relevanten Fragestellungen und deren Handhabung.

Vertragsgestaltung im Kapitalgesellschaftsrecht (Blockveranstaltung) (Michael Vollmer)

Im Rahmen eines Kolloquiums werden zum Schwerpunktbereich Gesellschaftsrecht die Vertragsgestaltung bei den juristischen Personen der AG und der GmbH behandelt. Dabei soll nach einer Wiederholung und Vertiefung der maßgeblichen (klausurrelevanten) Rechtsprechung deren Umsetzung im Rahmen vorausschauender Planung besprochen werden. Berücksichtigt werden aber auch Gestaltungsalternativen bzw. die Entscheidung zwischen Handlungsalternativen.

Seminar im Kapitalgesellschaftsrecht (Blockveranstaltung) (Prof. Dr. Altmeppen)

Gegenstand dieses Seminars werden aktuelle Fragen des Kapitalgesellschaftsrechts sein. Dieses Seminar zählt formal bereits zum Wintersemester 2018/19. Eine Anmeldung ist zum Ende des Sommersemesters 2018 möglich (vgl. zu gegebener Zeit Bekanntmachungen des Lehrstuhls), die Seminararbeiten sind während der vorlesungsfreien Zeit anzufertigen und zum Start des Wintersemesters 2018/19 einzureichen. Die mündlichen Vorträge finden dann im Laufe des Wintersemesters 2018/19 statt.

2. Im Wintersemester 2018/19 voraussichtlich angebotene Veranstaltungen

Kapitalmarktrecht (3 SWS) (Prof. Dr. Beurskens)

Gegenstand der Vorlesung ist das Kapitalmarktrecht als die Gesamtheit der Normen und Grundsätze, die sich mit der Organisation der Kapitalmärkte sowie den Tätigkeiten der Marktteilnehmer auf Kapitalmärkten befassen. Das Kapitalmarktrecht ist ein junges und dynamisches Regelungsgebiet, das sich aus vielfältigen Regelungen des Aktien-, Wertpapier- und Börsenrechts zusammensetzt und durch ökonomische sowie angloamerikanische und europarechtliche Einflüsse geprägt ist. In der Vorlesung werden Fragen der rechtlichen Organisation des Kapitalmarktes sowie die Voraussetzungen des Zugangs von Emittenten zum organisierten Kapitalmarkt (Prospektpflicht und -haftung) behandelt. Im Zentrum stehen auch die aus der Zulassung zum Kapitalmarkt folgenden Pflichten, etwa das Insiderrecht, das Verbot der Marktmanipulation, die Mitteilungs- und Veröffentlichungs- sowie die Finanzberichtspflichten. Ebenfalls behandelt werden die an die Wertpapierdienstleistungsunternehmen gerichteten Verhaltens- und Organisationspflichten sowie das Wertpapiererwerbs- und Übernahmerecht. Entsprechend dem Charakter des Kapitalmarktrechts als Querschnittsmaterie werden auch öffentlich-rechtliche Fragen der Kapitalmarktaufsicht durch die BaFin und spezielle zivilprozessuale Fragen im Bereich des Kapitalmarktrechts, insbesondere das Kapitalanleger-Musterverfahrensrecht, näher beleuchtet.

III. Prüfungsleistungen

Nur eine der zwei schriftlichen Prüfungsleistungen „Klausur“ und „Seminararbeit“ ist im Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht zu erbringen. Die jeweils andere Prüfungsleistung ist im anderen Teilbereich zu absolvieren. Die mündliche Prüfung erstreckt sich hingegen über beide Teilbereiche.

Klausur:

Im Regelfall wird zum Ende eines jeden Semesters eine Klausur angeboten. Wer die Klausur jeweils stellt ist dem Klausurenplan des Studiendekans zu entnehmen (Im Regelfall gilt: zum Ende des Wintersemester stellt Frau Prof. Dr. Poelzig die Klausur, zum Ende des Sommersemesters Herr Prof. Dr. Altmeppen). Die angebotene Klausur im Schwerpunktbereich (Teilbereich „Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht“) kann sich auf alle Inhalte der Vorlesungen zum Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht erstrecken. Die Bearbeitungszeit beträgt drei Zeitstunden.

Seminararbeit:

Das Seminar wird dem Semester zugeordnet, in dem die Seminararbeit zur Bewertung eingereicht wird. Die Themenausgabe erfolgt üblicherweise am Ende der Vorlesungszeit für das Seminar des Folgesemesters (zu den Seminaren siehe auch oben unter Veranstaltungen).

Mündliche Prüfung:

Die mündliche Prüfung kann erst nach Erbringung der schriftlichen Prüfungsleistungen (Klausur und Seminar) abgelegt werden. Hinsichtlich des Seminars reicht es dabei aus, dass die Arbeit vor Anmeldung zur mündlichen Prüfung abgegeben wurde (Beispiel: wer die Klausur im Juli 2016 schreibt und die Seminararbeit im Oktober 2016 am Lehrstuhl abgibt, kann an der mündlichen Prüfung im Dezember 2016 teilnehmen). Die mündliche Prüfung dauert insgesamt etwa 25 Minuten, von denen 12,5 Minuten auf den Teilbereich Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht entfallen. Die Prüfung der einzelnen Teilbereiche kann hierbei getrennt oder zusammen stattfinden.

IV. Anmeldung

Nur die Anmeldung zum Seminar findet am Lehrstuhl statt; hinsichtlich der weiteren drei Anmeldungen (Schwerpunktbereich allgemein; Klausur; mündliche Prüfung) wird auf die Informationen des zentralen Prüfungssekretariats verwiesen.