Lehrstuhl für Deutsches, Europäisches und Internationales Strafrecht und Strafprozessrecht sowie Wirtschaftsstrafrecht
2018-2019

2018-2019

Das studentische Team der Juristischen Fakultät der Universität Passau (Isaias Mulugeta, Christina Schiffel, Tamara Schreiner und Marie Wienroeder) hat im April 2019 erfolgreich an der Final Oral Round der 7. Ausgabe des EHRMCC teilgenommen.

Bei der European Human Rights Moot Court Competition, einem der klassisch international ausgerichteten Moot Court-Wettbewerbe, stehen menschenrechtliche Fragestellungen im Mittelpunkt. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von ELSA International. Kooperationspartner sind der Europarat, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) und die European Human Rights Association (EHRA).

Der in dieser Runde zu bearbeitende fiktive Sachverhalt betraf das Schnittfeld von Internet und Cybercrime einerseits sowie Frauenrechten andererseits. Die europaweite schriftliche Qualifikationsrunde des Wettbewerbs erforderte das Einreichen zweier Schriftsätze, aus denen die besten 20 Teams Europas ermittelt und zur Final Oral Round nach Straßburg eingeladen wurden.

Dem Team der Uni Passau war es gelungen, mit exzellenten Schriftsätzen den 8. Platz von 106 Universitäten aus ganz Europa zu erringen und sich so für die mündliche Endrunde der „Top 20“ Teams in Straßburg zu qualifizieren. Dort konnten die Studierenden vom 14. bis 19. April 2019 die einmalige Gelegenheit wahrnehmen, in Oral Pleadings vor Richtern des EGMR und Menschenrechtsexperten des Europarates die Juristische Fakultät der Universität Passau zu vertreten.

Die Besonderheit des EHRMCC ist, dass die zu erstellenden Schriftsätze exakt den Vorgaben einer im realen Leben beim EGMR einzureichenden Individualbeschwerde gleichen. Zu ihrer Erstellung bedurfte es der fachlichen Analyse und dogmatischen Interpretation zahlreicher englisch- und französischsprachiger Judikate des EGMR sowie der vertieften Auseinandersetzung mit internationalen Rechts- und Literaturquellen. Die daraus gezogenen Erkenntnisse und Nachweise, angereichert mit eigenen Ideen, wurden Teil der Argumentation für die komplexen Rechts- und Abwägungsfragen des Falles.

Nach Abschluss der schriftlichen Qualifikationsrunde hatte das Passauer Team im Februar 2019 in Odessa (Ukraine) bereits an einem Pre-Moot teilgenommen, um sich intensiv auf die Final Oral Round vorzubereiten. Beim Finale der besten 20 Teams in Straßburg im April 2019 mussten die Studierenden sodann durch ca. 80-minütige Pleadings ihr rhetorisches Können unter Beweis stellen. Das Rahmenprogramm bestand aus Empfängen der spanischen und finnischen Botschaften, einer Diskussionsveranstaltung mit internationalen Menschenrechtsexperten und Führungen durch die Räumlichkeiten des Europarates sowie einem ausgedehnten Abendprogramm.

Fachlich betreut wurde die Teilnahme des Passauer Teams durch die 2010 an der Universität Passau eingerichtete Forschungsstelle Human Rights in Criminal Proceedings (HRCP). Gecoacht wurde das Team von Kathrin Zitzelsberger, Veronika Kolitz und Prof. Dr. Robert Esser. Eine finanzielle Unterstützung leisteten die Universität Passau und ELSA Deutschland.

Die 8. Runde des EHRMCC startet im August 2019. Auch dort wird die Universität Passau wieder mit einer Studierendengruppe der Juristischen Fakultät vertreten sein.