Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Medien- und Informationsrecht
Whip the Votes

Whip the Votes

Ein Planspiel zum Parlamentarismus

Der Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Medien- und Informationsrecht (Prof. Dr. Kai von Lewinski) veranstaltete unter der Leitung von Thomas Öller in Zusammenarbeit mit ELSA-Passau e.V. im Sommersemester 2018 ein Projekt zur Lehrinnovation.

Whip the Votes! - Ein Planspiel zum Parlamentarismus

Die Veranstaltung fand vom 20. – 22. April 2018 an der Universität Passau statt.

Ziel der Veranstaltung
Das Planspiel diente der Verwirklichung mehrerer Ziele, welche die akademische Ausbildung der Studierenden weiter vertiefen sollte. Diese Ziele umfassten die Umsetzung juristischen Wissens in die Praxis, das Verstehen politikwissenschaftlicher Zusammenhänge im legislativen Prozess des Grundgesetzes sowie den Ausbau von „Soft Skills“ in den Bereichen Verhandlungsmanagement und Rhetorik.

  1. Umsetzung juristischen Wissens in die Praxis
    Das Planspiel diente der Anwendung und dem tieferen Verständnis über die einzelnen Verfahrensschritte des Gesetzgebungsverfahrens, indem die Teilnehmer die einzelnen Verfahrensschritte durchliefen und auf eingebaute Spielereignisse unter Zugrundelegung ihrer theoretischen Kenntnisse reagieren und diese lösen mussten. So hatten die Studierenden die Möglichkeit, den Gesetzgebungsprozess anhand eigener praktischer Erfahrung selbst zu erleben und so ihre theoretischen Kenntnisse durch das Erlebte zu vertiefen und zu festigen.

  2. Verstehen der politischen Zusammenhänge
    Das Gesetzgebungsverfahren ist nach dem Grundgesetz ein streng formales Verfahren, welches im Lichte der politischen Praxis bis zum Abschluss vielen Einwirkungen ausgesetzt ist, die Einflüsse auf das Ergebnis haben.
    Durch das Planspiel sollten die Einflussmöglichkeiten aufgezeigt werden, welchen das Gesetzgebungsverfahren ausgesetzt ist, und ein kritisches Verständnis über die Wechselwirkung im politischen Gesetzgebungsverfahren geschaffen werden. Gerade durch das eigene Erleben dieser Wechselwirkungen wurde die kritische Auseinandersetzung gefördert.

  3. Soft Skills
    Neben den akademischen Zielen sollte auch die persönliche Entwicklung der Studierenden gefördert werden. Dem politischen Prozess des Gesetzgebungsverfahrens ist es immanent, dass um einzelne Positionen im Gesetzesentwurf verhandelt wird, sodass sich die Studierenden im Verhandlungsmanagement profilieren mussten. Darüber hinaus musste die eigene Position auch „verkauft“ werden, sodass neben dem Verhandlungsmanagement auch der Rhetorik ein Schwerpunkt zukam, in welcher die Studierenden gefördert werden sollten.

Inhalt
Den Teilnehmern wurden fiktive Gesetzesentwürfe, die aus einer überschaubaren Anzahl von Normen bestand, vorgelegt. Diese Entwürfe sollten dann das Verfahren nach dem Grundgesetz durchlaufen (Sitzungen des Bundestages, Debatte in den Ausschüssen und den Fraktionen), sodass am Ende des Planspiels ein fertiges fiktives Bundesgesetz vom Bundespräsidenten unterzeichnet werden konnte.

Die Teilnehmerzahl wurde auf maximal 68 Teilnehmer begrenzt. Im Rahmen dieses Planspiels traten mehrere Akteure (u.a. als Abgeordnete, Mitglieder der Bundesregierung, Lobbyisten) auf, die den Teilnehmern im Vorfeld des Planspiels zugewiesen wurden:

Für jede Figur wurde ein individuelles Profil erstellt, das mit seiner Geschichte, seinen Interessen, seinen Wünschen, aber auch seinen Fehlern angereichert wurde. Darüber hinaus wurde der Rahmen festgelegt, wie weit die Figur bereit war zu gehen, um ihre Ziele zu erreichen. Aufgabe der Figur ist es gewesen, ihren jeweiligen rechtlichen und politischen Handlungsspielraum zu erkennen und mit dieser Hilfe ihre Interessen und Ziele durchzusetzen.

Ein Presseteam begleitete die Arbeit der Teilnehmer und hat durch Pressearbeit Einfluss auf das Planspiel genommen.

Dazu wurde an den Abenden der Veranstaltung den Teilnehmern ausreichend Raum zur Diskussion, zum Verhandeln und zum unter Druck setzen der Konkurrenten zur Verfügung gestellt.

Teilnahmevoraussetzungen
Das Planspiel richtete sich grundsätzlich an alle (politisch interessierten) Studierenden ab dem 2. Semester der Universität Passau, insbesondere aber an Studierende der Rechtswissenschaften, der Staatswissenschaften sowie andere Studierende mit rechts- oder politikwissenschaftlichen Bezug.
Kenntnisse im Staatsorganisationsrecht waren wünschenswert, aber keine Voraussetzung für die Teilnahme.
Die Veranstaltung wurde in deutscher Sprache abgehalten, so dass gute Deutschkenntnisse erwartet wurden.

Anmeldezeitpunkt und Verfahren
Der Anmeldezeitraum läuft bis zum 28. Februar 2018 12 Uhr. Im Anschluss wird die Teilnahme an der Veranstaltung aus den angemeldeten Teilnehmern zufällig ausgelost. Die verbleibenden Teilnehmer werden auf eine Warteliste gesetzt.
Die Teilnahme ist verbindlich. Im Falle einer Verhinderung wird um rechtzeitiges Anzeigen gebeten, so dass Teilnehmer der Warteliste nachrücken können.

Besuch von Dr. Lukas Köhler, MdB
Am Samstag, den 21. April 2018, wohnte Herr Dr. Lukas Köhler, MdB der Veranstaltung bei und berichtete aus dem Alltag eines jungen Abgeordneten.

22765 Seminar "Whip the votes!"

Veranstaltungsinformationen

Prof. Dr. Kai von Lewinski

Prof. Dr. Kai von Lewinski


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Telefon: 0851/509-2221
Telefax: 0851/509-2222
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