Juristische Fakultät
Erstes Examen (JAPO 2003)

Erstes Examen (JAPO 2003)

Das rechtswissenschaftliche Hochschulstudium wird mit der Ersten Juristischen Prüfung, bestehend aus der staatlichen Pflichtfachprüfung (Erste Juristische Staatsprüfung) und der universitären Schwerpunktbereichsprüfung (Juristische Universitätsprüfung) abgeschlossen. Diese ist gleichzeitig Einstellungsprüfung für den Vorbereitungsdienst als Rechtsreferendar.

Erste Juristische Staatsprüfung

Die Erste Juristische Staatsprüfung wird vom Landesjustizprüfungsamt, einer Abteilung des bayerischen Justizministeriums, landeseinheitlich organisiert und durchgeführt.

Sie besteht aus einem schriftlichen Teil und einem mündlichen Teil. Der schriftliche Teil umfasst sechs Klausuren mit je fünf Stunden Bearbeitungszeit, die an aufeinander folgenden Werktagen angefertigt werden (3 Klausuren aus dem Zivilrecht, 1 Klausur aus dem Strafrecht, 2 Klausuren aus dem Öffentlichen Recht). Hinzu kommt eine mündliche Prüfung, die je Kandidatin bzw. Kandidat 35 Minuten dauert.

Die Klausuraufgaben werden dabei für ganz Bayern einheitlich gestellt und an allen Prüfungsorten gleichzeitig bearbeitet.

Sie kann jeweils im Frühjahr (März) und im Herbst (September) eines Jahres abgelegt werden.

Legt eine Prüfungsteilnehmerin bzw. ein Prüfungsteilnehmer nach ununterbrochenem Studium die Erste Juristische Staatsprüfung unmittelbar nach dem 8. Fachsemester erstmals vollständig ab und besteht sie nicht, gilt die Prüfung als nicht abgelegt; er hat also noch zwei Prüfungsmöglichkeiten zur Verfügung (sog. Freiversuch lt. § 37 Abs. 1 JAPO 2003). Prüfungsteilnehmerinnen und -teilnehmer, die im ersten Versuch (ggf. nach erfolglosem Freiversuch) bestehen, können die Staatsprüfung nach § 15 JAPO 2003 binnen Jahresfrist einmal zur Notenverbesserung wiederholen. Studierende der Rechtswissenschaft, die studienbegleitend die Fachspezifische Fremdsprachenprüfung II (FFP II) für Juristen in einer der angebotenen Sprachen abgelegt haben, können den Freiversuch noch nach dem 9. Fachsemester in Anspruch nehmen (§ 37 Abs. 4 JAPO 2003).

Fristenänderung zur Ablegung bzw. Wiederholung der Ersten Juristischen Staatsprüfung

Durch Verordnung vom 27. November 2015 ist die JAPO geändert worden. Danach ist die bislang geltende Verpflichtung für Studierende, sich spätestens nach dem zwölften Fachsemester der Ersten Juristischen Staatsprüfung zu unterziehen, aufgehoben worden. Außerdem entfällt die bislang geltende Wiederholungsfrist und die Pflicht zur Ableistung eines Auflagensemesters nach nicht bestandener Ersten Juristischen Staatsprüfung.

Merkblatt zur Exmatrikulation

Juristische Universitätsprüfung

Die Juristische Universitätsprüfung wird von der Universität Passau selbstständig und in eigener Verantwortung durchgeführt.

Die Prüfung in dem gewählten Schwerpunktbereich besteht aus:

  • einer studienbegleitenden Leistungskontrollklausur (3 Stunden),
  • einer schriftlichen Arbeit im Rahmen eines Seminars aus dem gewählten Schwerpunktbereich
  • sowie einer mündlichen Prüfung (ca. 25 Minuten je Kandidat) als studienabschließende Leistung (§ 37 StudPrüfO).

Die beiden studienbegleitenden Prüfungsleistungen (Klausur, Seminararbeit) sind aus jeweils unterschiedlichen Teilbereichen eines Schwerpunktbereiches (§ 35 Abs. 2 StudPrüfO) zu absolvieren. Die mündliche Prüfung kann frühestens im Semester nach dem letzten studienbegleitenden Leistungsnachweis abgelegt werden.

Auch im Rahmen der Juristischen Universitätsprüfung gibt es eine Freiversuchs- und Notenverbesserungsregelung (vgl. § 41 JAPO 2003). Danach kann die studienabschließende Leistung (mündliche Prüfung) ein weiteres Mal wiederholt werden, wenn die Studentin bzw. der Student spätestens sechs Monate nach Abschluss des schriftlichen Teils der Ersten Juristischen Staatsprüfung, an der sie bzw. er im Freiversuch nach § 37 JAPO 2003 teilgenommen hat, alle vorgesehenen Prüfungsleistungen der Juristischen Universitätsprüfung mindestens einmal vollständig abgelegt hat.

An den Teilprüfungen der Juristischen Universitätsprüfung ist so rechtzeitig teilzunehmen, dass die Juristische Universitätsprüfung bis zum Ende des 9. Fachsemesters abgeschlossen sein kann (Regelfrist). Überschreitet eine Studentin oder ein Student diese Regelfrist aus Gründen, die sie oder er zu vertreten hat, um mehr als vier Semester, gelten die nicht fristgerecht abgelegten Teilleistungen im Rahmen der Juristischen Universitätsprüfung als abgelegt und mit der Note "ungenügend" (0 Punkte) bewertet (Art. 61 Abs. 6 Satz 3 BayHSchG).

Die Anmeldung zur Juristischen Universitätsprüfung nimmt der Prüfungsausschuss für die Juristische Universitätsprüfung entgegen.

Kommentierungen in den Gesetzestexten

Die Hilfsmittelbekanntmachung für die Erste Juristische Staatsprüfung wurde mit Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz vom 10. März 2015 geändert. Im Wesentlichen betrifft diese Änderung Nr. 4.1 der Hilfsmittelbekanntmachung. Sie tritt zum 1. September 2016 in Kraft und gilt erstmals für die Erste Juristische Staatsprüfung 2016/2.

Ab 1. September 2016 erhält Nummer 4.1. damit folgende neue Fassung:

„Die Hilfsmittel dürfen keine Eintragungen enthalten. Ausgenommen sind bis zu 20 handschriftliche Verweisungen pro Doppelseite mit Bleistift auf Normen (nur Artikel-, Paragraphen- und Gesetzesbezeichnung) sowie einfache Unterstreichungen mit Bleistift, soweit die Verweisungen beziehungsweise Unterstreichungen nicht der Umgehung des Kommentierungsverbots dienen. Soweit die Hilfsmittel darüber hinausgehende Eintragungen enthalten, sind sie nicht zugelassen.“

Beachten Sie bitte das Merkblatt des LJPA zu häufig gestellten Fragen im Zusammenhang mit der neuen Hilfsmittelbekanntmachung.


Hier finden Sie außerdem die Hilfsmittelbekanntmachungen für die Zwischenprüfung und für die Juristische Universitätsprüfung.